Erklärung der Projektwoche vom 01. bis zum 04. Dezember

Terror im Land; Flucht; Grenzkontrollen und rechter Terror gehören zum Alltag von Flüchtlingen in Europa. In einer Projektwoche an unserer Schule, dem Dathe Gymnasium, haben wir mit verschiedenen Aktionen versucht auf diese Probleme aufmerksam zu machen.

Bilder von der Projektwoche

 

Dienstag

Am Dienstag haben wir das womöglich größte Problem, den Terror in den Herkunftsländern als Teil der Fluchtursache zu thematisieren. Dazu haben wir eine neue möglichst sinnlose Regel aufgestellt, laut welcher sich alle den linken Zeigefinger permanent an die Nase halten mussten. Einzelpersonen, die diese Regel missachtet haben, wurden von unseren Aufsehertrupps “entfernt und eingesperrt”, das heißt, einige eingeweihte Personen wurden unter möglichst großem Widerstand weggebracht, um die Umstehenden darauf aufmerksam zu machen und zu schauen, wie sie darauf reagieren. Viele haben belustigt zugeschaut, einige haben sich sofort schnell den Finger an die Nase gehalten, doch bei allen war gleich, dass sie nicht versucht haben, denen, die weggeschleppt wurden, zu helfen, selbst wenn diese direkt an ihnen vorbeigeschleift wurden und um Hilfe riefen. Vergleichbar in der Sinnlosigkeit sind auch die Regeln und die Unterdrückung bei der Einrichtung von Terrorregiemen. Bei Zuwiderhandlung ist hier jedoch meist der Tod die Folge.

Mittwoch

Am folgendem Tag, dem Mittwoch, haben wir mit Hilfe von einer gestellten Leiche aus einer ausgetopften Mülltüte, einem Transparent mit dem Spruch “Das Mittelmeer nimmt mehr Flüchtlinge auf als Europa” und Papierbooten, welche wir in großen Mengen aus den Fenstern in den Innenhof warfen, versucht ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie viele Menschen auf der Flucht umkommen. Die Papierboote stellten die zahlreichen Flüchtlinge da, die im Mittelmeer ertrinken, ohne dass ihnen jemand hilft.

Donnerstag

Der Donnerstag diente zur Darstellung der Willkür der Asylverfahren und der Ungerechtigkeit der Grenzkontrollen. So werden zum Beispiel Länder wie Bosnien-Herzegowina, in denen Homosexuelle und Roma politisch ausgegrenzt und verfolgt werden, zu sicheren Herkunftsstaaten erklärt. Dies macht es für Geflüchtete aus diesen Ländern fast unmöglich hier eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Um dies darzustellen, haben wir im Innenhof unserer Schule einen abgegrenzten Raum errichtet, für den wir über die Sprechanlage unserer Schule warben. In diese Zone kam man allerdings nur rein, wenn man ein willkürliches Kriterium, in unserem Falle eine Leggins zu tragen, erfüllte. Darüber wurden alle Anwesenden auch informiert, allerdings auf Russisch und Chinesisch. In diesem Raum, welcher von Oberstufenschülern unserer Schule bewacht wurde, konnten diejenigen, die es reingeschafft hatten dann einen Antrag auf einen Keks stellen. Dazu mussten sie ein arabisches Anmeldeformular ausfüllen, welches die meisten aber natürlich nicht lesen konnten. Einige Kinder standen die ganze Pause an den überfüllten Anmeldestellen und bekamen am Ende doch keinen Keks. Der Keks stellte die Aufenthaltsgenehmigung in Europa, also dem abgegrenzten Raum im Innenhof, dar.

Freitag

Und mit den bisherigen Schwierigkeiten noch nicht genug, wenn man als Flüchtling das Glück hatte und in Europa bleiben darf, ist man auch hier nicht sicher. Vorm Terror im eigenen Land geflüchtet, werden sie hier weiter terrorisiert.
Es brennen wöchentlich Flüchtlingsheime in Deutschland, die Fremdenfeindlichkeit nimmt zu. Demonstrationsbewegungen wie Pegida erleben Zuwachs. Diesen Terror nach Durchstehen der Flucht haben wir am Freitag dargestellt. Dazu haben wir einen Demonstrationszug zwei mal quer über den ganzen Schulhof gemacht und gegen die “Fünftklässerisierung des Dathelandes” demonstriert, also gefordert, dass “mehr Platz für die Obserstufenschüler geschaffen werden soll, indem die Fünftklässler rausgeschmissen werden”. Natürlich haben wir teilweise mit überspitzen Mitteln gearbeitet, aber leider sind die tatsächlichen Geschehnisse nicht besonders weit davon entfernt.